Akuter Wassermangel in Chennai
Wie wertvoll das für den Menschen lebensnotwendige Element Wasser tatsächlich ist, wird einem wohl erst bewusst, wenn man Knappheit selbst erlebt – und die erleben wir in Tamil Nadu gerade ganz konkret:
Vor dem Hintergrund des in diesem Jahr sehr verzögerten Südwestmonsuns sowie der ungewöhnlich starken, selbst in den Juli hinein anhaltenden sengenden Hitze der glühenden südindischen Sonne wird die Riesenmetropole Chennai mit einem immer weiter um sich greifenden Wasserproblem konfrontiert. Im Gegensatz zu anderen Großstadtgebieten Indiens wie Mumbai, Delhi, Hyderabad, Kalkutta oder Bangalore verfügt Chennai nur über sehr begrenzte Trinkwassergewinnungs- und Speichermöglichkeiten, welche bei weiter ausbleibendem Regen in Hinsicht auf eine Bevölkerungszunahme von über 50% in den letzten 25 Jahren zu ernsthaften Schwierigkeiten führen könnten.
Auch in unserer Region Tambaram bekommen wir die Folgen des wohl mit dem globalen Klimawandel zusammenhängenden Wassermangels zu spüren.
Zwar verspricht die Stadtleitung eine bis mindestens zum Eintritt des Nordostmonsuns Ende Oktober fortwährende Bereitstellung gereinigten Wassers aus den vier stadtinternen Reservoiren, doch muss dafür auch einiges getan werden. Auf akuten Trinkwassermangel in Chennai und Umgebung reagierend, werden täglich 1200 Wassertanklaster ausgesandt, die von der Bevölkerung – auch unseren Kids des Manna Kinderheims – mit Eimern ausgerüstet und in Reihen anstehend dringend erwartet werden. Doch auch sie können nur ein Minimum an Trinkwasser bereitstellen.
Wasserknappheit auch im Kinderheim
Um der Wasserknappheit begegnen zu können, ergreift auch unser Pastor Samuel jetzt mit einigen aufwertenden Maßnahmen die Initiative. Das Heim bezieht die täglich benötigte Wassermenge für die Versorgung von etwa 250 Köpfen mit Trinkwasser, Waschwasser, Kochwasser, Kleidungswaschwasser etc aus verschiedenen Quellen:
Zum einen gibt es den nur 30 Fuß tiefen Brunnen an der rechten Seite des Jungengebäudes, dessen sehr unreines und nicht erregerfreies Grundwasser lediglich zum putzen und Kleiderwaschen verwendet werden kann. Das Wasser wird mittels eines Motors in einen sich auf dem Dach des Gebäudes befindlichen Tank gepumpt und von hier aus den verschiedenen Wasserleitungen des Gebäudes verfügbar gemacht. Dieser Brunnen wurde nun in einer für die Kinder sehr aufregenden Aktion gereinigt. Da der Grundwasserspiegel immer weiter sinkt, der Brunnen sich aber auch nicht vertiefen lässt, lässt sich nun nicht mehr ausreichen Wasser, aus ihm gewinnen.
Darum soll, wie es beim Mädchengebäude der Fall ist, auch am Jungengebäude noch eine zusätzliche Tiefenpumpmaschine installiert werden. Diese Maschine führt ein Rohr 100 Fuß tief in die Erde. Über eine Leitung für Sauerstoff hineingepumpt, über eine weitere das in diesen Tiefen wesentlich sauberere Grundwasser hochgepumt, ebenfalls in einen Tank auf dem Dach. Dieses Wasser kann durch seine viel höhere Qualität auch zum Kochen verwendet werden und stellt in abgekochter Form auch die wichtigste Trinkwasserquelle des Heims dar. Während also angesichts der Wasserknappheit eine weitere Maschine installiert werden soll, muss die schon ältere Maschine dringend aufgewartet und ihre Rohre von angesammeltem Dreck gereinigt werden, um die Qualität weitestmöglich zu steigern.
Schritte müssen also höchst dringend eingeleitet werden - doch wir sind froh, soweit sagen zu können, bisher von ernsthaften Engpässen im Wasserbedarf verschont worden zu sein. Wir wollen Gott dafür danken - er sorgt für uns. Wir bemühen uns um einen bedachten und dankbaren Umgang mit Wasser und auch darum, diesen besonders den Kindern weiter zu vermitteln. Wasser ist kostbar und nicht so selbstverständlich, wie wir Menschen auch in Europa oft unbedacht annehmen...
Liebe Freunde! In diesem Blog lade ich Euch ein, an Lebensfetzen, Erlebnissen und Gedanken, die mir wichtig geworden sind, teilzunehmen. Lassen wir uns mal überraschen, was so geschieht =) Im Vorhinein wünsche ich Euch viel Freude hier und Gottes Segen für Euren eigenen Alltag! Be blessed! Love, Anna
Freitag, 3. Juli 2009
Sonntag, 28. Juni 2009
Ein fröhliches Hallo
Up to date - Zwischenbericht aus meinem Indienpraktikum
Ein fröhliches Hallo mal wieder aus meinem Indienpraktikum! Eine spannende Zeit neigt sich nun dem Ende zu und ich möchte Euch in diesen Zeilen ein wenig teilhaben lassen an den Empfindungen dieser letzten Phase. Die vergangenen 9 Monate, in denen Magdalena, Sabine und ich Leben und Arbeit der HCL und JML hautnah miterleben und teilen durften, begreifen wir immer wieder neu als großartiges Geschenk.
Wir wollten ein Jahr geben, um uns neu zu orientieren und bewusst auf Gott auszurichten, um Ihm zuzuhören und Ihm zu dienen, um ganz offen für alles Neue viele Erfahrungen sammeln zu können. Nun blicken wir voll Dankbarkeit zurück auf eine wunderbare Zeit und staunen, wie viel in unserem Leben und um uns herum geschehen ist und sich verändert hat – auch wenn wir gleichzeitig ahnen, dass wir noch längst nicht abschätzen können, was für große Auswirkungen dieser Indieneinsatz tatsächlich auf uns sowie auf unsere Umwelt hatte.
Es war eine intensive Zeit – intensiv sind wir geistlich gewachsen im Vertrauen auf Gott und haben viel mit Ihm erlebt. Intensiv sind wir auch geistig gewachsen, in erster Linie dadurch, dass wir ein ganz neues Land kennenlernen durften, dass sich in so vielem, in Sprache, Kultur, Politik, Bräuchen, Erziehung, Lebensstandard und Weltansichten oft so vollkommen und grundlegend von allem bisher gekannten unterscheidet. Dank einiger Reisen durften wir viel von diesem erstaunlichen Land sehen, doch haben wir die meiste Zeit hier in Tambaram verbracht, am Kirchenleben teilgenommen und an 5 Tagen in der Woche mit den Kindern im Heim gearbeitet.
Dort durften wir für sie an jedem dieser Tage ein rund dreistündiges buntes Programm veranstalten, mit vielen Spielen, neuen Liedern und Bibelgeschichten. Sowohl die Kinder als auch wir haben die gemeinsame Zeit und einander stets in vollen Zügen genossen. Wir sind sehr dankbar, Gottes Samen säen zu dürfen, von ihm erzählen und den Kindern seine Liebe weitergeben zu können. Einige Veränderungen sind schon in unserer Zeit sichtbar geworden und wir beten, dass Gott die Saat segnet und uns - sowie auch alle folgenden Praktikanten - dazu gebraucht, die Kinder ihm nahezubringen und ihr Leben nachhaltig zu verändern.
Die Arbeit, der ganze Aufenthalt hat uns herausgefordert, vielfältig bewegt und unser eigenes Leben tiefgreifend und nachhaltig verändert.
In den nächsten Wochen werden wir nach Deutschland heimkehren und mit dem kommenden Semester Studium und Ausbildung beginnen (Magdalena: Logopädie; Sabine: Erzieherin; ich: Soziale Arbeit + Sozial- und Gemeindepädagogik). Es fällt uns nicht leicht, Abschied von diesem Ort und seinen Leuten und überhaupt von Indien zu nehmen, doch freuen wir uns natürlich auch darauf, Familie und Freunde wiederzusehen. Dass der Abschied aber nicht endgültig sein wird, ist beschlossene Sache. Dazu sind uns das Land und diese Arbeit zu sehr ans Herz gewachsen =)! Wir durften in Indien ein neues Zuhause finden!
Ein fröhliches Hallo mal wieder aus meinem Indienpraktikum! Eine spannende Zeit neigt sich nun dem Ende zu und ich möchte Euch in diesen Zeilen ein wenig teilhaben lassen an den Empfindungen dieser letzten Phase. Die vergangenen 9 Monate, in denen Magdalena, Sabine und ich Leben und Arbeit der HCL und JML hautnah miterleben und teilen durften, begreifen wir immer wieder neu als großartiges Geschenk.
Wir wollten ein Jahr geben, um uns neu zu orientieren und bewusst auf Gott auszurichten, um Ihm zuzuhören und Ihm zu dienen, um ganz offen für alles Neue viele Erfahrungen sammeln zu können. Nun blicken wir voll Dankbarkeit zurück auf eine wunderbare Zeit und staunen, wie viel in unserem Leben und um uns herum geschehen ist und sich verändert hat – auch wenn wir gleichzeitig ahnen, dass wir noch längst nicht abschätzen können, was für große Auswirkungen dieser Indieneinsatz tatsächlich auf uns sowie auf unsere Umwelt hatte.
Es war eine intensive Zeit – intensiv sind wir geistlich gewachsen im Vertrauen auf Gott und haben viel mit Ihm erlebt. Intensiv sind wir auch geistig gewachsen, in erster Linie dadurch, dass wir ein ganz neues Land kennenlernen durften, dass sich in so vielem, in Sprache, Kultur, Politik, Bräuchen, Erziehung, Lebensstandard und Weltansichten oft so vollkommen und grundlegend von allem bisher gekannten unterscheidet. Dank einiger Reisen durften wir viel von diesem erstaunlichen Land sehen, doch haben wir die meiste Zeit hier in Tambaram verbracht, am Kirchenleben teilgenommen und an 5 Tagen in der Woche mit den Kindern im Heim gearbeitet.
Dort durften wir für sie an jedem dieser Tage ein rund dreistündiges buntes Programm veranstalten, mit vielen Spielen, neuen Liedern und Bibelgeschichten. Sowohl die Kinder als auch wir haben die gemeinsame Zeit und einander stets in vollen Zügen genossen. Wir sind sehr dankbar, Gottes Samen säen zu dürfen, von ihm erzählen und den Kindern seine Liebe weitergeben zu können. Einige Veränderungen sind schon in unserer Zeit sichtbar geworden und wir beten, dass Gott die Saat segnet und uns - sowie auch alle folgenden Praktikanten - dazu gebraucht, die Kinder ihm nahezubringen und ihr Leben nachhaltig zu verändern.
Die Arbeit, der ganze Aufenthalt hat uns herausgefordert, vielfältig bewegt und unser eigenes Leben tiefgreifend und nachhaltig verändert.
In den nächsten Wochen werden wir nach Deutschland heimkehren und mit dem kommenden Semester Studium und Ausbildung beginnen (Magdalena: Logopädie; Sabine: Erzieherin; ich: Soziale Arbeit + Sozial- und Gemeindepädagogik). Es fällt uns nicht leicht, Abschied von diesem Ort und seinen Leuten und überhaupt von Indien zu nehmen, doch freuen wir uns natürlich auch darauf, Familie und Freunde wiederzusehen. Dass der Abschied aber nicht endgültig sein wird, ist beschlossene Sache. Dazu sind uns das Land und diese Arbeit zu sehr ans Herz gewachsen =)! Wir durften in Indien ein neues Zuhause finden!
Sonntag, 14. Juni 2009
Kinderheim aktuell

Hinter unseren Kindern liegt mit dem Monat Mai gerade ein Monat Ferienzeit zurück. Nun hat die Schule mit einem neuen Schuljahr wieder begonnen und die Kinder, die nach und nach aus den Ferien wiederkehren, besuchen begeistert ihre neuen Klassenstufen. Über 90% der Kinder haben einen hinduistischen Hintergrund. Viele von ihnen bringen schlechte Gewohnheiten wie stehlen, raufen und ähnliches mit sich. Doch unsere gewissenhaften, christlichen Mitarbeiter, die mit den Kindern im Heim wohnen und sich dort um sie kümmern, tun ihre Arbeit sehr hingebungsvoll und berührt von der Liebe Christi. Immer wieder dürfen wir Zeuge werden, wie sich Kinderleben in Gebet und durch Jesu Liebe für sie verändern, ja ganz umwandeln. Einige Kinder sind unwillig zu lernen und Bildung anzunehmen, doch im Gespräch mit ihnen ändert sich ihre Einstellung. Also fangen die Kinder an – Gott sei Dank! – gut zu lernen. Während der Schulzeit helfen auch unsere gläubigen Mitarbeiter dabei, die Klassen zu unterrichten. Da es jedoch unter ihnen an ausgebildeten Lehrfachkräften mangelt, haben wir entschieden, ergänzend externe, teils hinduistische Lehrer anzustellen, die lediglich für den Unterricht in die Schule kommen.
Die Zeugnisse der Kinder machen Gottes Namen groß. Für alle Mitarbeiter ist es stets eine große Ermutigung, zu sehen, wie die Kinder tüchtig körperlich, geistig sowie auch geistlich wachsen.
(von Anna und Romila)
Mittwoch, 10. Juni 2009
Dany

Hi, ich bin der Dany =). Caleb, mein Zwillingsbruder, und ich sind gerade 11 geworden und wie er lebe ich seit 1 ½ Jahren im Kinderheim – aber ich besuche erst die 6. Klasse. Mein Lieblingsfach ist Englisch und ich möchte gut lernen, um später mal Doktor zu werden. Am Leben im Kinderheim find ich auch das Spielen mit den Jungs am tollsten – alle Jungs sind meine besten Freunde! Das beste Spiel ist natürlich Cricket ;). Und am meisten kann man natürlich spielen wenn Ferien sind, darum freue ich mich immer sehr auf Mai und genieße diesen Monat in vollen Zügen! Da ist ja nämlich auch noch VBS, die Sommerferienbibelschule, die mag ich auch gern. Ein Hobby habe ich eigentlich nicht direkt, ich kann auch gut und gerne mal eine Zeit einfach nichts tun, ohne mich zu langweilen. Mein Lieblingsessen ist Briani und an Obst esse ich liebend gern Bananen und Mangos. Ich habe auch ein Lieblingslied, es ist Tamil aber übersetzt heißt der Text: Ich möchte dich lieben mehr und mehr. Herr, von ganzem Herzen möchte ich dir mein Lob singen. Die Lieblingsfigur in der Bibel für mich? Jesus natürlich! Einmal hat er mein Gebet erhört und mich von den Masern gesund gemacht.
Kommentar der Mitarbeiter: Dany ist ein friedlicher, Zuneigung erweckender Junge. Er ist extrovertiert, ohne dabei laut zu sein. Er ist einfach cool, manchmal verträumt, locker und unkompliziert, er ist ehrlich und nimmt Schelte gerne an ohne je nachtragend zu sein. Dany wirkt einfach vollkommen unverfälscht und in sich ruhend – vielleicht ist dies sein Geheimnis, warum er von allen so gemocht wird?!
Caleb

Hallo! Mein Name ist Caleb und wie Joshua und mein Zwillingsbruder Dany bin ich gerade 11 Jahre alt geworden. Ich besuche nun das 7. Schuljahr an der Manna School. Dort macht mir Mathe am meisten Spaß, Englisch mag ich aber auch sehr gern. Erst seit 1 ½ Jahren wohne ich hier im Manna Kinderheim, davor habe ich, seit ich ein Baby war, in der Manna Church gelebt. Meistens gefällt es mir sehr gut hier, manchmal würde ich aber auch lieber wieder in der Church wohnen… Was ich am Kinderheim am tollsten finde, ist natürlich das viele miteinander spielen! Das ist echt cool! Von Spielen oder spaßigen Aktionen mag ich am liebsten Radfahren zum Vergnügen. Ich habe 3 beste Freunde: Pooverasan, Prasanth und Joshua. Mit denen machen solche Aktionen richtig Spaß. Mein Hobby ist übrigens tanzen (er ist wirklich richtig talentiert!). Die schönste Zeit des Jahres ist im Kinderheim die Weihnachtszeit, finde ich. Das ist ein schöner Trubel! Auf Ostern freu ich mich auch schon immer sehr. Was ist nicht so mag am Kinderheim, ist, geschimpft und korrigiert zu werden – sowas steck ich immer nicht so gut weg, auch wenn es richtig war… Mein Lieblingsessen ist Bryani – und Idli. Und an Obst liebe ich am meisten die Mangos. Lecker! In der Bibel bewundere ich besonders Josef und mag es, seine Geschichte zu hören. Wenn ich mal groß bin, möchte ich gerne Doktor werden – und ich bete, dass ich mich mit Gottes Hilfe verändern und gut werden kann.
Kommentar der Mitarbeiter: Caleb erobert mit seinem natürlichen Charme die Herzen aller Mitarbeiter. Er ist extrovertiert, intelligent, freundlich, gewitzt, weiß, was er will und weiß seinen Vorteil zu nutzen. Meist kommt er gut mit jedem klar, doch wird er auch von Zeit zu Zeit launisch und ungeduldig, wenn etwas nicht nach seinem Plan verläuft. Insgesamt ist Caleb ein sehr sympathischer, für sein Alter schon sehr reifer Junge – sympathisch nicht zuletzt durch sein lustige Lache, bei der wir immer wieder grinsend innehalten und lauschen ;).
Ein Zwilling kommt selten allein...
Ein Zwilling kommt selten allein – die bewegende Geschichte der Zwillinge
Hinter den Zwillingen Dany und Caleb steckt eine weit zurückreichende Geschichte. Ihre Mutter Savala – selber zu dem Zeitpunkt fast noch ein Kind – gebar die Zwillinge, Caleb zuerst, etwa im Juni 1998 – ein genaues Datum ist unbekannt. Sie stammt aus dem nördlich von hier liegenden Staat Andrhapradesh und sah sich als mittellose, junge Frau nicht der Aufgabe gewachsen, ihre 2 Babies durchzubringen. Auch fehlte dazu der Wille. Beide Kinder waren von vorn herein so schwächlich, dass kein Doktor ihnen eine Chance gab. Durch ihr bekannte Christen wurde schließlich der Kontakt zur Jesus Mobile League geknüpft und so kam sie im März 1999 nach Chennai, um Caleb, den älteren der 2 Jungen, nun etwa 9 Monate alt, abzugeben. Sie gab zu, dass sie nie in der Lage gewesen war, die Kinder richtig zu ernähren und nun, als Caleb kurz davor war, zu sterben, könne und wolle sie ihn nicht sterben sehen und ihn stattdessen lieber abgeben und jeden Kontakt mit ihrem Sohn abbrechen. Caleb wurde aufgenommen, in ärztlicher Betreuung unterstellt, viel gepflegt und geliebt und er überlebte die kritische Phase! =)
Einige Monate später, im Juli 1999, kehrte Savala zurück – um nun auch ihren anderen Sohn, den Zwilling Dany, inzwischen auch sehr schwach und dem Tod nahe, in die Obhut der JML zu übergeben. Obwohl auch bei ihm die Ärzte in Chennai abrieten, ihn zu nehmen und in ihn zu investieren, da er gewiss nicht überleben würde, entschieden Reverend Samuel und Romila wider aller Vernunft das Baby aufzunehmen und alles daran zu setzen, ihn durchzubringen. Wie bei den anderen Babys Joshua, Jacob, Janet, Kawitha und Prasanth gaben sie die Hoffnung nie auf und vertrauten auf Gott. Auch Dany überlebte. Die Zwillinge wurden gesund gepflegt, wuchsen und gediehen und trugen wie durch ein Wunder keinen Schade davon. Bis vor 1 ½ Jahren wurden sie in der Church großgezogen und lebten eng mit der Familie Rajiah zusammen. Erst jetzt sind sie ins Heim umgezogen und fühlen sich dort ebenso zu Hause wie hier. Da sie als so kleine Babys kamen, ist Tambaram für sie einfach ihr Zuhause und all die Mitarbeiter, die ihre ganze Lebensgeschichte kennen, enge Bezugspersonen. Caleb und Dany sind fröhliche und zufriedene Kinder und wie oben schon angemerkt, allseits beliebt. Auch an ihnen wird Gottes Güte immer wieder sichtbar!
Hinter den Zwillingen Dany und Caleb steckt eine weit zurückreichende Geschichte. Ihre Mutter Savala – selber zu dem Zeitpunkt fast noch ein Kind – gebar die Zwillinge, Caleb zuerst, etwa im Juni 1998 – ein genaues Datum ist unbekannt. Sie stammt aus dem nördlich von hier liegenden Staat Andrhapradesh und sah sich als mittellose, junge Frau nicht der Aufgabe gewachsen, ihre 2 Babies durchzubringen. Auch fehlte dazu der Wille. Beide Kinder waren von vorn herein so schwächlich, dass kein Doktor ihnen eine Chance gab. Durch ihr bekannte Christen wurde schließlich der Kontakt zur Jesus Mobile League geknüpft und so kam sie im März 1999 nach Chennai, um Caleb, den älteren der 2 Jungen, nun etwa 9 Monate alt, abzugeben. Sie gab zu, dass sie nie in der Lage gewesen war, die Kinder richtig zu ernähren und nun, als Caleb kurz davor war, zu sterben, könne und wolle sie ihn nicht sterben sehen und ihn stattdessen lieber abgeben und jeden Kontakt mit ihrem Sohn abbrechen. Caleb wurde aufgenommen, in ärztlicher Betreuung unterstellt, viel gepflegt und geliebt und er überlebte die kritische Phase! =)
Einige Monate später, im Juli 1999, kehrte Savala zurück – um nun auch ihren anderen Sohn, den Zwilling Dany, inzwischen auch sehr schwach und dem Tod nahe, in die Obhut der JML zu übergeben. Obwohl auch bei ihm die Ärzte in Chennai abrieten, ihn zu nehmen und in ihn zu investieren, da er gewiss nicht überleben würde, entschieden Reverend Samuel und Romila wider aller Vernunft das Baby aufzunehmen und alles daran zu setzen, ihn durchzubringen. Wie bei den anderen Babys Joshua, Jacob, Janet, Kawitha und Prasanth gaben sie die Hoffnung nie auf und vertrauten auf Gott. Auch Dany überlebte. Die Zwillinge wurden gesund gepflegt, wuchsen und gediehen und trugen wie durch ein Wunder keinen Schade davon. Bis vor 1 ½ Jahren wurden sie in der Church großgezogen und lebten eng mit der Familie Rajiah zusammen. Erst jetzt sind sie ins Heim umgezogen und fühlen sich dort ebenso zu Hause wie hier. Da sie als so kleine Babys kamen, ist Tambaram für sie einfach ihr Zuhause und all die Mitarbeiter, die ihre ganze Lebensgeschichte kennen, enge Bezugspersonen. Caleb und Dany sind fröhliche und zufriedene Kinder und wie oben schon angemerkt, allseits beliebt. Auch an ihnen wird Gottes Güte immer wieder sichtbar!
Donnerstag, 28. Mai 2009
Augustin
Hey hey! Ich bin der Augustin! Ich bin fast 5 Jahre alt und gehe jetzt ab dieser Woche in die Vorschule (strahlt). Ich habe 2 kleine Schwestern, die Pauline (3) und die Danila (1). Danila ist meine allerbeste Freundin! Wir alle lieben mit unseren Eltern hier im Heim. Mein Papa, Philipp-brother, ist ein ganz wichtiger Mitarbeiter der HCL und JML und fast dauernd ist er in der Manna Church im Büro an den Computern. Meine Mama hilft hier im Heim mit. Ich wurde sogar schon hier geboren! Was ich hier am liebsten mag, sind die 2 Hunde. Tiere sind überhaupt klasse! Mein Traum ist, irgendwann mal selber ganz viele Tiere zu halten: Kühe, Ziegen, Hühner… Meine Lieblingstiere sind aber Pferde . Und meine Lieblingsfarbe ist gelb und am leckersten finde ich Joghurtreis, Orangen und Weintrauben. Ich fahre auch für mein Leben gern Fahrrad. Und wenn ich groß bin, dann werd´ ich Polizist!
Kommentar der Mitarbeiter:
Bitte betet für seine Schwester Pauline - sie ist im September letzten Jahres plötzlich an einem schweren Fieber erkrankt, das ihr Gehirn angegriffen hat und seit dem ist sie schwer behindert. Das ist für die Familie nicht leicht, doch es wird alles daran gesetzt, dem Kind jede medizinische Hilfe und viel Liebe zu geben und auch Hoffnung und Gebet um Heilung werden nie aufgegeben. Bitte betet mit für die ganze Familie!
Kerson
Hi!!! Ich bin der Kerson! Ich bin schon viiiiier Jahre alt und in 2 Wochen, da komme ich in die Vorschule! Mit meiner Mama Amuda lebe ich hier im New Land Kinderheim, seit ich geboren wurde. Sie ist Mitarbeiterin hier. =) Am liebsten würd ich ja den ganzen Tag spielen mit meinen besten Freunden Augustin und Dany und zwar Kricket, das ist das beste Spiel. Und wenn ich groß bin, dann möchte ich mal… du werden (zeigt auf Magdalena) … oder Jesus … oder ach nee, ich wird Pilot! (Alle lachen) Hmm, ja, ich mag Hunde und die Farbe Weiß und beim Essen eigentlich alles, aber von Sweet Pongal nehme ich mir immer die doppelte Portion! Die Josef-Geschichten aus der Bibel finde ich am spannendsten und ich habe auch ein Lieblingslied, das geht so: „Jesus lebt in mir und ich bin fröhlich!“ Also wisst ihr war, besonders fröhlich war ich ja an meinem 4. Geburtstag vor 3 Wochen – da gab es einen riiiiiiiiiiiiiesigen Kuchen mit Kerzen drauf und Zuckercreme für alle Kinder! Das war toll…
Kommentar der Mitarbeiter: Kerson! Ja der Kerson, der ist einfach ´ne Knutschkugel! Total süß zu allen, verspielt, anhänglich… und er ist gleichzeitig sowohl der coole, selbstbewusste Draufgänger als auch der zärtlich hilfsbereite kleine Junge, der auch mal gern umarmt (wird).
Vanitha und Pooverasan

Hallo! Ich heiße Vatnitha und besuche die 6. Klasse. Mit meinem kleinen Bruder Pooverasan wohne ich seit 6 Jahren im Manna Children´s Home. Unsere Eltern leben getrennt – mein Vater ist Trinker und hat meine Mama ziemlich übel behandelt. Nun hat er erneut geheiratet und seiner neuen Frau geht’s wohl nicht besser… Ursprünglich kommen wir aus Koovathur, das liegt in der Nähe von Chennai. Doch nun sind wir froh, hier zu sein. Das kam so: meine Mama wurde Angehörige einer Zweiggemeinde der Manna Church und kam irgendwann zur Hauptgemeinde und hat dann uns Kinder der Obhut des Heims überlassen. Was ich am Kinderheim am liebsten mag, sind alle aunties (alle Mitarbeiterinnen/ „Tanten“). Der schönste Tag im Wochenrythmus ist für mich der Sonntag: da treffen sich alle zum großen, langen Gottesdienst, in dem so viel gesungen wird. Ich singe wirklich gerne. Außerdem ist ja sonntags auch keine Schule. Freitagnachmittage mag ich darum auch – der Moment, wenn das lange, schulfreie Wochenende bevorsteht (kichert). Montage kann ich aber gar nicht leiden, dann fängt die Schule wieder an (verdreht die Augen und grinst). Naja, und wenn es dann doch mal heißt, zum Unterricht zu gehen, dann macht mir immer noch Mathe am meisten Spaß. Der tollste Tag im Jahr ist natürlich ganz klar Neujahr: das ist immer ein großes Fest, alle machen sich ganz schick und wir dürfen die ganze Nacht aufbleiben und es gibt lauter leckere Snacks und alles! =) Was mir auch Freude macht, ist das Geschichten aus der Bibel hören. Meine Lieblingsfigur ist Josua, total spannend! Wenn ich mal groß bin, dann möchte ich… wie Sister Romila werden und für Gott arbeiten. Für mein Leben wünsche ich mir, spirituell immer weiter zu wachsen und ein dem Wort Gottes gehorsames Leben zu führen. Ich habe auch ein ganz besonderes Gebetsanliegen: Ich bin kleinwüchsig und wünsche mir so, so sehr, noch mehr zu wachsen! Seit ich hier bin, bin ich auch schon ein Stück gewachsen. Und ich glaube fest daran: Gott kann Wunder tun!
Kommentar der Mitarbeiter: Vanitha ist ein wirklich süßes, kleines Mädchen. Wir sind traurig für sie, dass sie kleinwüchsig ist, aber ansonsten sind wir wirklich stolz auf sie für ihre demütige, gehorsame und liebe Art.

Hey, ich bin der Pooverasan, der kleine Bruder von der Vanitha. Von der habt ihr ja gerade schon gelesen. Ich bin 12 Jahre alt und lebe auch seit 6 Jahren hier, unsere Vorgeschichte ist ja die gleiche – aber sonst mag ich natürlich andere Sachen und so. Zum Beispiel finde ich am Kinderheim die Spielzeit am tollsten. Was ich aber nicht so mag, sind einige Regeln, die find ich doof und mag mich nicht dran halten. Auch kann ich es nicht leiden, wenn größer Jungs jüngere schimpfen, obwohl es keinen Grund gibt. Das schönste Ereignis im Jahr ist für mich die VBS-Woche im Mai, die Ferienbibelschule. Die ist echt total cool, da singen wir neue Lieder, arbeiten mit der Bibel, malen Bilder aus und lernen neue Tänze. Das macht Spaß! Mein Lieblingsessen ist Idli mit Coconutchutney, lecker! Ich habe auch ein Lieblingslied (fängt an zu singen): The lame man – das, wo es heißt, dass Jesus der Weg heim zum Vater ist. Mein Lieblingstag im Jahr ist der 25. Dezember, Weihnachten. Und mein Lieblingsfach in der Schule ist natürlich Mathematik! In der Bibel gefallen mir die Josefgeschichten am besten. Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal in die Evangelisationsarbeit gehen und ich möchte meine Eltern beschützen, die ich einfach trotz allem sehr liebe. Bitte betet für mich, dass ich immer gut zuhören und gehorchen kann! Einmal habe ich geträumt, dass Jesus hier im Kinderheim war, in mitten einer großen Menge Kinder und Erwachsener und da hat er mir gezeigt, dass ich mehr gehorchen muss.
Kommentar der Mitarbeiter: Pooverasan ist wirklich ein netter und sanftmütiger Kerl, aber es kommt schon öfter mal vor, dass er nicht gehorcht und sich unwillig zeigt, seine Arbeiten zu machen. Doch er ist auf einem guten Weg!
Samstag, 23. Mai 2009
Sri-Lanka-Konflikt - doch noch nicht vorbei?
Tja wie´s aussieht, ist die ganze Geschichte doch noch nicht so leicht abgehakt. Gerüchte gehen um, dass Probakaran noch am Leben ist, sich verdeckt hält und sich zu gegebener Zeit zeigen wird... Seine Familienmitglieder, die alle zunächst für ganz sicher tot erklärt wurden, tauchten nun überall in der Welt wieder auf. Es ist noch nicht vorbei und wir müssen weiterhin viel für einen guten Ausgang beten und hoffen, dass es keine blutigen Kämpfe mehr geben wird!
Dienstag, 19. Mai 2009
Bürgerkrieg vorbei - und jetzt?
Nicht nur Indiens Wahlergebnis hat die Region und die Weltnachrichten in der letzten Woche bewegt.
Denn gestern proklamierten die Medien das Ende des über 25 Jahre andauernden, blutigen Bürgerkrieges zwischen Tamilen und Singhalesen in Sri Lanka. Die Klimax war ja auch in Deutschland mit Demonstrationen und er Behinderung des deutschen Bahnverkehrs an vielen wichtigen Bahnhöfen durch Tamilen deutlich zu spüren. Das Militär hat nun endlich die Kampfhandlungen gegen die oft und zurecht als terroristisch bezeichnete Organisation LTTE, die rebellischen Tamil Tigers, mit dem Tod des oberster tamilischer Rebellenchef Probakaran sowie weitere hochrangige Anführer für beendet erklärt. Nun steht das Land vor der riesigen Aufgabe, die geflüchteten und vertriebenen Tamilen auf allen Ebenen wiedereinzugliedern. Bitte betet für die Regierung unter Präsident Rajapaksa und weise internationale Hilfestellung in der Nachkriegspolitik!
Denn gestern proklamierten die Medien das Ende des über 25 Jahre andauernden, blutigen Bürgerkrieges zwischen Tamilen und Singhalesen in Sri Lanka. Die Klimax war ja auch in Deutschland mit Demonstrationen und er Behinderung des deutschen Bahnverkehrs an vielen wichtigen Bahnhöfen durch Tamilen deutlich zu spüren. Das Militär hat nun endlich die Kampfhandlungen gegen die oft und zurecht als terroristisch bezeichnete Organisation LTTE, die rebellischen Tamil Tigers, mit dem Tod des oberster tamilischer Rebellenchef Probakaran sowie weitere hochrangige Anführer für beendet erklärt. Nun steht das Land vor der riesigen Aufgabe, die geflüchteten und vertriebenen Tamilen auf allen Ebenen wiedereinzugliedern. Bitte betet für die Regierung unter Präsident Rajapaksa und weise internationale Hilfestellung in der Nachkriegspolitik!
Sonntag, 17. Mai 2009
Kommentar zum Wahlergebnis in Indien
Der 16. Mai war für Indien, wie Ihr gewiss auch alle durch die Medien mitbekommen habt, ein sehr wichtiger und bedeutsamer Tag. Einen Monat lang wurde in 5 Etappen das neue Parlament gewählt. Immer wieder gab es Gerüchte, Skandale, Unruhen und leider auch Tote. Tamil Nadu gehörte zur letzten Etappe und gab seine Stimmen am 13. Mai ab.
Nun ist der Wahlmarathon endlich zum Ende gekommen und wir können aufatmen und und über dieses unerwartete, überaus positive Ergebnis jubeln!
Die Kongresspartei, die mit 260 von 543 Sitzen (und einer vielversprechenden Kooperation mit der regionalen Samajwadi Party, die ihnen zur nötigen absoluten Mehrheit mit 272 Sitzen in der Lokh Sabha – dem Bundestag – verhalfen) einen deutlichen Sieg gegenüber der nationalistischen, hinduistischen Barathiya Janatha Partei (die mit Gewalt das Christentum und die Moslems unterdrückt hätte) durchgesetzt hat, wird dafür sorgen, dass sich Indien weiterhin positiv entwickeln kann und an internationalem Stellenwert gewinnt.
Auch werden sich durch sie die religiösen Minderheiten – wie das Christentum - im Land nun durch die Regierung vertreten und in gewisser Weise geschützt wissen. Zum neuen Premierminister wird am Freitag, den 22.05.2009 Manmohan Singh durch Sonia Ghandi ernannt werden. An diesem Tag wird die neue Regierung in Kraft treten.
Wir wollen beten, dass er und seine Partei die Regierung klug und weise führen. Und noch einmal: Unter dieser Regierung können nicht zuletzt die Christen aufatmen!
Nun ist der Wahlmarathon endlich zum Ende gekommen und wir können aufatmen und und über dieses unerwartete, überaus positive Ergebnis jubeln!
Die Kongresspartei, die mit 260 von 543 Sitzen (und einer vielversprechenden Kooperation mit der regionalen Samajwadi Party, die ihnen zur nötigen absoluten Mehrheit mit 272 Sitzen in der Lokh Sabha – dem Bundestag – verhalfen) einen deutlichen Sieg gegenüber der nationalistischen, hinduistischen Barathiya Janatha Partei (die mit Gewalt das Christentum und die Moslems unterdrückt hätte) durchgesetzt hat, wird dafür sorgen, dass sich Indien weiterhin positiv entwickeln kann und an internationalem Stellenwert gewinnt.
Auch werden sich durch sie die religiösen Minderheiten – wie das Christentum - im Land nun durch die Regierung vertreten und in gewisser Weise geschützt wissen. Zum neuen Premierminister wird am Freitag, den 22.05.2009 Manmohan Singh durch Sonia Ghandi ernannt werden. An diesem Tag wird die neue Regierung in Kraft treten.
Wir wollen beten, dass er und seine Partei die Regierung klug und weise führen. Und noch einmal: Unter dieser Regierung können nicht zuletzt die Christen aufatmen!
Freitag, 8. Mai 2009
Alles neu macht der Mai
*Nun ist mit dem Mai der für Tamil Nadu heißeste Monat des Jahres gekommen. Nachts sind es bis zu 33Grad warm und in der Mittagshitze sind die Straßen wie leergefegt, da sich keiner freiwillig der starken Sonne stellt.
*Im Mai sind außerdem die großen Sommerferien für die Schüler, bevor im Juni das neue Schuljahr beginnt. So kommt es, dass das Heim in der ersten Maihälfte von nur 50 und nun sogar nur noch ca. 20 Kindern bewohnt wird – so geht es um einiges ruhiger zu und wir können bei der Spiel- und Andachtszeit sehr viel intensiveren und persönlicheren Kontakt zu den einzelnen Kindern aufbauen und pflegen, was wirklich toll und segensreich ist.
*Der Ferienmonat begann mit einer eindrücklichen Ferienbibelschulwoche für alle Kinder im Heim, aus dem Viertel und der Gemeindemitglieder. Es hat allen unheimlich Spaß gemacht, Bibelgeschichten zu hören, Bibelarbeiten zu machen, Bilder auszumalen, Lieder zu lernen und Tänze einzuüben. Abschließend gab es eine große Feier, wo die verschiedenen Altersgruppen ihre Tänze aufführten, einzelne Kinder auswendiggelernte Bibelverse aufsagten und alle zusammen ausgelassen eiskalten, süßen LimeJuice und Kesari, eine indische Süßspeise genossen.
*Apropos genießen: Der Mai brachte auch meine Lieblingsfrucht mit sich - die Mangosaison ist endlich angebrochen! Köstlich!!! :P:D
*Im Mai sind außerdem die großen Sommerferien für die Schüler, bevor im Juni das neue Schuljahr beginnt. So kommt es, dass das Heim in der ersten Maihälfte von nur 50 und nun sogar nur noch ca. 20 Kindern bewohnt wird – so geht es um einiges ruhiger zu und wir können bei der Spiel- und Andachtszeit sehr viel intensiveren und persönlicheren Kontakt zu den einzelnen Kindern aufbauen und pflegen, was wirklich toll und segensreich ist.
*Der Ferienmonat begann mit einer eindrücklichen Ferienbibelschulwoche für alle Kinder im Heim, aus dem Viertel und der Gemeindemitglieder. Es hat allen unheimlich Spaß gemacht, Bibelgeschichten zu hören, Bibelarbeiten zu machen, Bilder auszumalen, Lieder zu lernen und Tänze einzuüben. Abschließend gab es eine große Feier, wo die verschiedenen Altersgruppen ihre Tänze aufführten, einzelne Kinder auswendiggelernte Bibelverse aufsagten und alle zusammen ausgelassen eiskalten, süßen LimeJuice und Kesari, eine indische Süßspeise genossen.
*Apropos genießen: Der Mai brachte auch meine Lieblingsfrucht mit sich - die Mangosaison ist endlich angebrochen! Köstlich!!! :P:D
Samstag, 2. Mai 2009
Mmmh, lecker!
Wie man das einjährige Alkoholverbot umgeht (man muss sich nur zu helfen wissen ;):D:D) :
„Uh, die Papaya schmeckt ja total vergoren!“
„Ach was, ich find´s lecker!“
„…jaaaa, Anna, dir schmecken ja auch alle gegorenen Früchte – Mangos, Weintrauben, Ananas, Papaya…“
„Uh, die Papaya schmeckt ja total vergoren!“
„Ach was, ich find´s lecker!“
„…jaaaa, Anna, dir schmecken ja auch alle gegorenen Früchte – Mangos, Weintrauben, Ananas, Papaya…“
Samstag, 18. April 2009
Die Kids packen aus
Lebenszeugnisse unserer Heimkinder
Damit ihr unsere Kinder kennenlernen und euch besser vorstellen könnt, in was für einer Welt sie leben – und damit ihr für sie beten könnt, haben wir ein paar Kinder interviewt. Im Folgenden könnt ihr die spannenden Zeugnisse lesen und eintauchen in ihre Geschichten. Immer wieder bewegen diese Geschichten auch als Zeugnis für den unerschütterlichen Glauben der Kinder und der Liebe Gottes für sie. Bitte betet und wenn ihr auch noch anders helfen oder mehr wissen wollt, wendet euch bitte an mich =) Gott segne euch!
Damit ihr unsere Kinder kennenlernen und euch besser vorstellen könnt, in was für einer Welt sie leben – und damit ihr für sie beten könnt, haben wir ein paar Kinder interviewt. Im Folgenden könnt ihr die spannenden Zeugnisse lesen und eintauchen in ihre Geschichten. Immer wieder bewegen diese Geschichten auch als Zeugnis für den unerschütterlichen Glauben der Kinder und der Liebe Gottes für sie. Bitte betet und wenn ihr auch noch anders helfen oder mehr wissen wollt, wendet euch bitte an mich =) Gott segne euch!
Hamsavalli

Hallo! Ich bin Hamsavalli und 13 Jahre alt. Ab Juni besuche ich die 6. Klasse. Ich habe einen kleinen Bruder, den Appu, der lebt auch hier bei uns im Kinderheim. Unsere Mutter lebt wahrscheinlich nicht mehr… jedenfalls ist sie spurlos verschwunden und keiner weiß, wo sie ist. Unser Vater kommt uns alle 3 Monate besuchen, aber er kann sich nicht um uns kümmern und muss uns auch in den Ferien hier lassen. Er hat nämlich selber ziemliche Probleme. Seine Verwandten haben ihn um seinen Besitz betrogen und sein Erbe verkauft. Nun ist er obdachlos und schläft in Schule oder Bushaltestellen. Als Bauarbeiter kann er nur außerhalt der Regenzeit ein wenig Geld verdienen. Appu und ich leben sehr gern hier im Heim. Ich durfte inzwischen auch schon eine eigene verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, auf die ich sehr stolz bin. Ich überwache das Tor und schreibe jeden mit Datum und Uhrzeit in einem Buch auf, der kommt oder geht. Das ist bei so einem Kinderheim wichtig, weil viel passieren kann. Was ich am Heim am liebsten mag, sind die festen Regeln und dass wir ermutigt werden, unbedingt ehrlich zu sein und nicht zu lügen. Ich mag sehr gern die Andachtzeiten mit dem Lobpreis. Mein Lieblingslied ist: „I´m seeing my old life – with tears I´m giving thanks.” In der Schule mag ich sehr gern den Mathematikunterricht. Wenn ich groß bin, möchte ich mal Ärztin werden und damit Geld verdienen, dass ich meinen Eltern geben kann. Ich habe ein großes Gebetsanliegen: Dass es meiner Mutter gut geht und ich sie wiedersehe, denn ich liebe sie sehr und dass mein Vater gut durchkommt.
Kommentar der Mitarbeiter:
Hamsavalli ist ein sehr aufrichtiges und treues Mädchen. Unser Vertrauen enttäuscht sie in ihrer Strebsamkeit so gut wie nie. Sie ist uns eine große Hilfe und sehr treu in ihrer Aufgabe, wir sind sehr stolz auf sie und dankbar für sie.
Balumahendran

Hallo! Ich heiße Balumahendran und bin schon fast 10 Jahre alt. Meine Freunde nennen mich einfach nur Balu. Ich habe zwei Brüder und auch eine Schwester. Mein großer Bruder wohnt mit mir hier im Heim, der Rest der Familie lebt in einem kleinen Dorf ziemlich weit weg von hier. Ich vermisse sie schon manchmal, aber nicht besonders oft, weil ich nämlich wirklich gerne hier im Kinderheim bin. Vor 4 Jahren schickte mein Vater uns hierher, weil wir so schlechte Manieren hatten… Das Kinderheim ist jetzt für mich ein richtiges Zuhause geworden und ich mag besonders die Spielzeiten! Am allermeisten liebe ich es, mit der kleinen Babyziege Manni zu spielen und zu hüpfen. Putzen finde ich nicht so toll… Mein Lieblingsessen ist übrigens Buttu und mein Lieblingslied ist das tamilische Lied „Wer mit Christus lebt, ist immer siegreich.“ Meine Lieblingsfächer sind Mathe und Englisch. Die Bibelgeschichten, wo es um Jesus geht, finde ich am besten! Wenn ich groß bin, möchte ich mal Pastor werden und den Menschen von Jesus erzählen und ihnen helfen, so wie Pastor Samuel. Im Moment wünsche ich mir am meisten, dass Gott mit hilft, ein guter Junge zu sein und mich nicht mit anderen Kindern zu streiten oder zu schlagen. Gott hat schon oft meine Gebete erhört und Verletzungen von Spielen wieder geheilt und wenn mir das Essen nicht schmeckt, bete ich auch und dann schmeckt es mir! Bitte betet, dass ich immer gehorsam sein kann und gut in der Schule lerne.
Kommentar der Mitarbeiter:
Balu möchte aufrichtig ein guter Junge sein. Er hört auf uns und er ist gut in der Schule im Lesen, Schreiben und Lernen. Eine große Tugend ist seine Hilfsbereitschaft.
Kavitha
Hi, mein Name ist Kavitha und ich bin 16 Jahre alt. Als ich erst eineinhalb Jahre alt war, wurde meine Mutter wieder schwanger und dann verloren wir durch einen plötzlichen Schicksalsschlag unseren Vater. Er wurde im politischen Zusammenhang als Rebell bei Unruhen ermordet. Danach suchte meine Mutter mit uns Zuflucht in einer anderen Kirche mit Kinderheim, doch die wollten uns nicht haben, weil sie Angst vor den politischen Zusammenhängen hatten und nicht in Schwierigkeiten kommen wollten. So kamen wir irgendwann zur Manna Church. Die Mitarbeiter hier wollten meine Mutter gern aufnehmen und hofften, sie würde zum Glauben kommen und die Wege Gottes finden und sich von ihm erlösen lassen. Sie hat sich auch bald entschieden, sich taufen zu lassen, aber ganz plötzlich wollte sie einfach weggehen, 2 Monate vor der Geburt meines kleinen Bruders. Doch da draußen hatten wir nichts und niemanden, der sich kümmern konnte, auch nicht, als das Baby kam. Meine Mutter trug nur eine Kontaktnummer bei sich, die der HumanCareLeague. So rief das Krankenhaus hier an und bat, es möge jemand kommen und uns holen. Uns ging es zu dem Zeitpunkt ziemlich schlecht, wir 3 Kleinkinder und meine Mutter waren schlecht gekleidet und nicht gut ernährt und stanken. Wir wurden wieder in der Church aufgenommen, doch nach 3 Monaten wollte meine Mutter wieder weg, diesmal ließ sie meinen älteren Bruder und mich hier. Sie ging mit dem Baby auf die Straße und prostituierte sich. Weil sie kein Geld hatte, wollte sie den kleinen Prasanth verkaufen. Das hat sie dann aber doch nicht gemacht. Als ich 4 ½ Jahre alt war, brachte sie ihn auch zum Heim. Er konnte mit seinen damals 2 ½ Jahren noch immer nicht laufen und sprechen und war ziemlich behindert – obwohl er völlig gesund zur Welt gekommen war. Meine Mutter hatte sich einfach nicht ausreichend um ihn kümmern können. Doch hier kümmerten sie sich sofort um meinen kleinen Bruder und begannen umgehend mit der ärztlichen Behandlung. Es hat einige Jahre gedauert, bis Prasanth aufgeholt hat und jetzt wieder ganz normal ist. Viele Menschen haben für ihn gebetet. Der Doktor sagt, er hätte nicht erwartet, dass Prasanth es schaffen würde. Das ist ein echtes Wunder!
Bis ich in die 4. Klasse kam, besuchte uns meine Mutter noch hin und wieder. Dann war sie auf einmal verschwunden und wir hörten nie wieder von ihr und haben nicht ein Lebenszeichen, obwohl die Mitarbeiter sich alle Mühe geben, sie wiederzufinden. Ich weiß nicht, vielleicht ist sie tot. Oder sie ist weit von hier weggezogen oder will uns einfach nicht mehr sehen. Ich bete jeden Tag, dass sie zurückkommt. Mein großer Bruder ist so rebellisch geworden wie mein Vater. Er ist dreimal weggelaufen, weil er auf der Straße eigenes Geld machen wollte. Nach der 8. Klasse ist er endgültig fortgelaufen, hat angefangen, zu trinken und hat sich den falschen Gruppen angeschlossen, Dieben und Betrügern. Von ihm höre ich noch ganz selten etwas und bete so sehr, dass Gott ihn bewahrt und er sich ändert.
Ich selbst habe mich vor einigen Monaten taufen lassen und möchte im Glauben wachsen und viel lernen. Darum mag ich die Gottesdienste und die Jugendtreffen so sehr. Ich möchte später einmal Krankenschwester werden und als solche anderen dienen. Ich mag es sehr gern, auf kleine Kinder aufzupassen und in der Küche zu arbeiten. Manchmal kann ich ganz schön stur sein und gebe es dann nicht gern zu, wenn ich im Unrecht bin. Darum liebe ich es am Kinderheim so sehr, dass mir immer wieder vergeben und einen neue Chance gegeben wird und die Mitarbeiter sich so um mich kümmern. Dafür bin ich total dankbar. Mein größtes Vorbild in der Bibel ist König David. Er war Gott gegenüber so gehorsam und hat tolle Loblieder geschrieben. Mein Lieblingslied ist auch ein Loblied – „Gottes Liebe ist so wunderbar“ – aber das ist nicht von König David. Wenn Sie für mich beten wollen, bitte beten Sie, dass Gott meine Mutter und meinen Bruder zurückbringt und dass ich meine Ausbildung als Krankenschwester erfolgreich beginnen und abschließen kann. Danke!
Joshua – Eine Geschichte um Leben und Tod
Joshuas sehr bewegende Geschichte um Leben und Tod habe ich mir von seinen Zieheltern Reverend Samuel und Romila erzählen lassen. Weil sie mich so tief berührt hat, habe ich sie für euch verschriftlicht. Habt an dem Wunder teil! (Joshuas Zieheltern sind gleichzeitig unsere indischen Gasteltern – somit ist Joshua quasi unser Gastbruder und wir verbringen täglich viele Stunden miteinander und lieben uns über alles!)

Nichts rührte sich. Trüber Glanz weniger Sterne drang in die verlassen daliegenden Straßen der indischen Riesenmetropole. Nur schwache Konturen ließen sich vor dem schwarzblauen Nachthimmel ausmachen. Silhouetten träge wiegender Kokosnussbäume und verschachtelter Flachdachhäuser. Alles blieb still.
Lediglich das klägliche Wimmern eines Säuglings drang durch die drückend heiße Nachtstunde. Ganz dünn. Kraftlos. Halb erstickt, so wirkte es. Erschöpft hob und senkte sich die Brust der Mutter. Sie wollte das Kind wiegen, um es endlich zu beruhigen – doch schon im nächsten Moment war sie selbst eingeschlafen. Der Schlaf quälte sie, Schweiß lief ihr über die Stirn. Um sie herum wurde es enger, sie fühlte sich gefangen, gejagt, kein Ausweg, wollte nur noch weg. „Weg!“ flüsterte sie. „Ganz weit weg.“ Mit all dem nichts mehr zu tun haben. Abschließen. Dieses hässliche, viel zu kleine Baby, das ganz gewiss bald sterben würde sich selbst überlassen. Hatte es sie nicht ohnehin schon lang genug gequält? Viele Wochen nach der Zeit war es erst zur Welt gekommen und wog dennoch nur etwas über einem Kilogramm. Es war ihr unheimlich. Runzelig und faltig erinnerte es sie mit seiner verschrumpelten Haut viel zu aufdringlich an einen alten Mann. Wirre Träume ließen sie im Schlaf hin- und herzucken. Ein alter Mann verfolgte sie, röchelte, gab jämmerlich fordernde Laute von sich. Sah ihr anklagend in ihr verschleiertes, unter dem schwazen, abgenutzten Seidenstoff verborgenes Gesicht. Versuchte, ihre Augen zu finden – doch sie wandte den Blick ab. Und rannte weiter, fort von diesem schrecklichen Ort. Ein weiterer alter Mann sprang auf die Straße. Sie stolperte, schrie und schrie – und wachte auf. Eine Schwester legte ihr ein kühlendes Tuch auf die feuchte Stirn und sah sie halbwegs mitleidig an. Der Säugling neben ihr wimmerte unglücklich vor sie hin. Sie langte hinüber zu ihrer Teetasse und begann, dem Kind kalten, abgestandenen Chaitee einzuträufeln. Die Schwester sagte nichts, schritt zum nächsten Bett und dreht der Szene den Rücken zu. Sie wusste, es wäre unklug, zu streiten. Das Kind würde ohnehin nicht überleben, warum sollte man den Tod hinauszögern… Schon 2 Tage ging das so. Nun dämmerte es erneut und der heranbrechende Morgen verhieß wieder einen unerträglich heißen, drückenden Junitag. Mühsam schob die Mutter ihre Beine über die Bettkante, verscheuchte damit ein paar Fliegen und legte das Baby, achtlos in nicht gewechselte Stoffbahnen gewickelt, auf die Mitte des Bettes, um zur Morgentoilette zu gehen. Sie kehrte nie zurück.
Eine Schwester nahm das Bündel und brachte es ins Schwesternzimmer. Dann bezog sie das Bett neu. Arzt und Schwestern besahen sich noch einmal das Kind, gaben ihm keinerlei Chancen zu Überleben und beratschlagten, wie sie es ebenfalls loswerden könnten. Sie riefen die Putzfrau herbei, drückten ihr das winzige Bündel in die Arme und wiesen sie an: „Da, behalte es bei dir, bis es gestorben ist.“
Doch so sollte es nicht kommen… Gott hatte seine Hand im Spiel!
Joshua ist nun schon beinah 11 Jahre alt und ein wahrer Wirbelwind. Doch daran hatte kaum jemand geglaubt, als er erst 11 Tage alt war. Am 4. Juni 1998 wurde er in dem kleinen Krankenhaus „Christudas“ in Tambaram geboren – weit nach dem festgesetzten Geburtstermin. Dennoch wog er lediglich 1,25 Kilogramm und maß 29 Zentimeter. Seine Haut war runzelig und faltig, wie die eines sehr alten Menschen und er befand sich in einem höchst kritischen Zustand. Die geistig etwas beeinträchtigte Mutter, eine unverheiratete Muslimin, wollte ihr Kind sowieso nicht haben. Darum gab sie ihm nicht einen einzigen Tropfen Muttermilch zu trinken; stattdessen heimlich Chaitee, um den Strebevorgang zu beschleunigen. Nach 2 Tagen, das Kind war immer noch am Leben, verließ die Mutter das Krankenhaus und ihr Kind. Da auch Doktor und Schwestern dem winzigen Baby alle Überlebenschancen abgesprochen hatten, gaben sie das hilflose Geschöpf der Putzfrau des Krankenhauses, damit sie es bei sich behalte, bis es gestorben sei.
Gerade in diesen Tagen musste ein Kind aus dem Manna Children’s Home ins Krankenhaus gebracht werden und erhielt das Bett neben Mutter und Kind. Auf diese Weise bekam eine Mitarbeiterin der HCL am Rande verworrene Details der ganzen Geschichte mit und berichtete Romila und Samuel davon. Daraufhin sandte Romila den damals für die HCL arbeitenden Doktor zum Krankenhaus, damit er sich ein Bild von dem Zustand des Babys machen solle. Auch er bezog den Standpunkt, dass Joshua nicht überleben werde. Obwohl die Situation hoffnungslos schien und sie auch unter den Mitarbeitern der HCL und bei ihrem Mann keine Unterstützung fand, wollte sich Romila des Kindes annehmen. Der innere und äußere Kampf im Gebet, Überlegungen und Diskussionen nahm 2 weitere Tage ein – bis Samuel schließlich einwilligte. So sandten sie erneut jemanden zum Krankenhaus, um das Baby zu holen. Doch es war nicht mehr da! Da der Doktor und die Helfer keine Informationen geben wollten, gelang es nur sehr schwer herauszufinden, wo sich das Kind inzwischen befand. Schließlich erfuhren sie von der Putzfrau, die ohne legale Adresse in einer winzigen Lehmhütte wohnte. Es dauerte einen weiteren Tag, bis sie sie fanden. Dort lag das Baby in etwas Stoff gehüllt auf der nackten Erde, auf seiner Brust eine ausgewaschene und mit Milch gefüllte Whiskyflasche, aus der es durch einen aufgesetzten Sauger in des Babys Mund tropfte. Die Frau wollte es nicht herausgeben, sondern das Bündel bis zu seinem sicheren, baldigen Tod behalten. Doch auch Romila und Samuel beharrten auf ihrem Wunsche und so gab sie schließlich und Romila und Samuel brachten Joshua umgehend zu einer berühmten Kinderspezialistin in Chennai. Doch auch diese war der Meinung, dass das Kind keine Chance habe und es Rauswurf des Waisenkindergeldes sei, sich weiter um das Überleben zu bemühen. Romila hielt das Kind verzweifelt in den Händen, weinte und betete… und wider alle Vernunft entschied sie, es ins Child Trust Hospital zu bringen. Auch hier begrüßte man sie unwillig und wollte das Kind nur ungern aufnehmen. Schließlich entschieden sie, es ohne medizinische Versorgung in den Inkubator zu legen, ein wenig zu füttern und ein paar Tage abzuwarten. Keiner durfte es in dieser Zeit sehen, dennoch wachte Romila mit anderen Mitarbeitern der HCL ununterbrochen betend im Krankenhaus.
Am 5. Tag dann die große Überraschung: Der Doktor kam und berichtete, er sehe eine Chance für Joshua zu überleben! Nun seien sie auch willig, Untersuchungen und Tests durchzuführen! Man begann, ihn mit Milch zu füttern, die mit Salz vermischt war. Schließlich konnten sie ihn mit nach Hause nehmen! Doch noch immer war unklar, ob Joshua nicht, wenn er tatsächlich überlebte, geistig und körperlich schwer behindert werden würde. Unter viel Pflege und Zuwendung wuchs er und nahm langsam zu……. Und wenn man sich nun den fröhlichen, gewitzten Jungen ansieht, kann man kaum glauben, was für eine Geschichte hinter seinen blitzenden Augen verborgen liegt. Übergeblieben ist lediglich, dass er kleiner und schmächtiger ist als die anderen Jungs in seinem Alter, aber keineswegs weniger aktiv! Gott hat ein großes Wunder an ihm vollbracht! Preist den Herrn!
Nichts rührte sich. Trüber Glanz weniger Sterne drang in die verlassen daliegenden Straßen der indischen Riesenmetropole. Nur schwache Konturen ließen sich vor dem schwarzblauen Nachthimmel ausmachen. Silhouetten träge wiegender Kokosnussbäume und verschachtelter Flachdachhäuser. Alles blieb still.
Lediglich das klägliche Wimmern eines Säuglings drang durch die drückend heiße Nachtstunde. Ganz dünn. Kraftlos. Halb erstickt, so wirkte es. Erschöpft hob und senkte sich die Brust der Mutter. Sie wollte das Kind wiegen, um es endlich zu beruhigen – doch schon im nächsten Moment war sie selbst eingeschlafen. Der Schlaf quälte sie, Schweiß lief ihr über die Stirn. Um sie herum wurde es enger, sie fühlte sich gefangen, gejagt, kein Ausweg, wollte nur noch weg. „Weg!“ flüsterte sie. „Ganz weit weg.“ Mit all dem nichts mehr zu tun haben. Abschließen. Dieses hässliche, viel zu kleine Baby, das ganz gewiss bald sterben würde sich selbst überlassen. Hatte es sie nicht ohnehin schon lang genug gequält? Viele Wochen nach der Zeit war es erst zur Welt gekommen und wog dennoch nur etwas über einem Kilogramm. Es war ihr unheimlich. Runzelig und faltig erinnerte es sie mit seiner verschrumpelten Haut viel zu aufdringlich an einen alten Mann. Wirre Träume ließen sie im Schlaf hin- und herzucken. Ein alter Mann verfolgte sie, röchelte, gab jämmerlich fordernde Laute von sich. Sah ihr anklagend in ihr verschleiertes, unter dem schwazen, abgenutzten Seidenstoff verborgenes Gesicht. Versuchte, ihre Augen zu finden – doch sie wandte den Blick ab. Und rannte weiter, fort von diesem schrecklichen Ort. Ein weiterer alter Mann sprang auf die Straße. Sie stolperte, schrie und schrie – und wachte auf. Eine Schwester legte ihr ein kühlendes Tuch auf die feuchte Stirn und sah sie halbwegs mitleidig an. Der Säugling neben ihr wimmerte unglücklich vor sie hin. Sie langte hinüber zu ihrer Teetasse und begann, dem Kind kalten, abgestandenen Chaitee einzuträufeln. Die Schwester sagte nichts, schritt zum nächsten Bett und dreht der Szene den Rücken zu. Sie wusste, es wäre unklug, zu streiten. Das Kind würde ohnehin nicht überleben, warum sollte man den Tod hinauszögern… Schon 2 Tage ging das so. Nun dämmerte es erneut und der heranbrechende Morgen verhieß wieder einen unerträglich heißen, drückenden Junitag. Mühsam schob die Mutter ihre Beine über die Bettkante, verscheuchte damit ein paar Fliegen und legte das Baby, achtlos in nicht gewechselte Stoffbahnen gewickelt, auf die Mitte des Bettes, um zur Morgentoilette zu gehen. Sie kehrte nie zurück.
Eine Schwester nahm das Bündel und brachte es ins Schwesternzimmer. Dann bezog sie das Bett neu. Arzt und Schwestern besahen sich noch einmal das Kind, gaben ihm keinerlei Chancen zu Überleben und beratschlagten, wie sie es ebenfalls loswerden könnten. Sie riefen die Putzfrau herbei, drückten ihr das winzige Bündel in die Arme und wiesen sie an: „Da, behalte es bei dir, bis es gestorben ist.“
Doch so sollte es nicht kommen… Gott hatte seine Hand im Spiel!
Joshua ist nun schon beinah 11 Jahre alt und ein wahrer Wirbelwind. Doch daran hatte kaum jemand geglaubt, als er erst 11 Tage alt war. Am 4. Juni 1998 wurde er in dem kleinen Krankenhaus „Christudas“ in Tambaram geboren – weit nach dem festgesetzten Geburtstermin. Dennoch wog er lediglich 1,25 Kilogramm und maß 29 Zentimeter. Seine Haut war runzelig und faltig, wie die eines sehr alten Menschen und er befand sich in einem höchst kritischen Zustand. Die geistig etwas beeinträchtigte Mutter, eine unverheiratete Muslimin, wollte ihr Kind sowieso nicht haben. Darum gab sie ihm nicht einen einzigen Tropfen Muttermilch zu trinken; stattdessen heimlich Chaitee, um den Strebevorgang zu beschleunigen. Nach 2 Tagen, das Kind war immer noch am Leben, verließ die Mutter das Krankenhaus und ihr Kind. Da auch Doktor und Schwestern dem winzigen Baby alle Überlebenschancen abgesprochen hatten, gaben sie das hilflose Geschöpf der Putzfrau des Krankenhauses, damit sie es bei sich behalte, bis es gestorben sei.
Gerade in diesen Tagen musste ein Kind aus dem Manna Children’s Home ins Krankenhaus gebracht werden und erhielt das Bett neben Mutter und Kind. Auf diese Weise bekam eine Mitarbeiterin der HCL am Rande verworrene Details der ganzen Geschichte mit und berichtete Romila und Samuel davon. Daraufhin sandte Romila den damals für die HCL arbeitenden Doktor zum Krankenhaus, damit er sich ein Bild von dem Zustand des Babys machen solle. Auch er bezog den Standpunkt, dass Joshua nicht überleben werde. Obwohl die Situation hoffnungslos schien und sie auch unter den Mitarbeitern der HCL und bei ihrem Mann keine Unterstützung fand, wollte sich Romila des Kindes annehmen. Der innere und äußere Kampf im Gebet, Überlegungen und Diskussionen nahm 2 weitere Tage ein – bis Samuel schließlich einwilligte. So sandten sie erneut jemanden zum Krankenhaus, um das Baby zu holen. Doch es war nicht mehr da! Da der Doktor und die Helfer keine Informationen geben wollten, gelang es nur sehr schwer herauszufinden, wo sich das Kind inzwischen befand. Schließlich erfuhren sie von der Putzfrau, die ohne legale Adresse in einer winzigen Lehmhütte wohnte. Es dauerte einen weiteren Tag, bis sie sie fanden. Dort lag das Baby in etwas Stoff gehüllt auf der nackten Erde, auf seiner Brust eine ausgewaschene und mit Milch gefüllte Whiskyflasche, aus der es durch einen aufgesetzten Sauger in des Babys Mund tropfte. Die Frau wollte es nicht herausgeben, sondern das Bündel bis zu seinem sicheren, baldigen Tod behalten. Doch auch Romila und Samuel beharrten auf ihrem Wunsche und so gab sie schließlich und Romila und Samuel brachten Joshua umgehend zu einer berühmten Kinderspezialistin in Chennai. Doch auch diese war der Meinung, dass das Kind keine Chance habe und es Rauswurf des Waisenkindergeldes sei, sich weiter um das Überleben zu bemühen. Romila hielt das Kind verzweifelt in den Händen, weinte und betete… und wider alle Vernunft entschied sie, es ins Child Trust Hospital zu bringen. Auch hier begrüßte man sie unwillig und wollte das Kind nur ungern aufnehmen. Schließlich entschieden sie, es ohne medizinische Versorgung in den Inkubator zu legen, ein wenig zu füttern und ein paar Tage abzuwarten. Keiner durfte es in dieser Zeit sehen, dennoch wachte Romila mit anderen Mitarbeitern der HCL ununterbrochen betend im Krankenhaus.
Am 5. Tag dann die große Überraschung: Der Doktor kam und berichtete, er sehe eine Chance für Joshua zu überleben! Nun seien sie auch willig, Untersuchungen und Tests durchzuführen! Man begann, ihn mit Milch zu füttern, die mit Salz vermischt war. Schließlich konnten sie ihn mit nach Hause nehmen! Doch noch immer war unklar, ob Joshua nicht, wenn er tatsächlich überlebte, geistig und körperlich schwer behindert werden würde. Unter viel Pflege und Zuwendung wuchs er und nahm langsam zu……. Und wenn man sich nun den fröhlichen, gewitzten Jungen ansieht, kann man kaum glauben, was für eine Geschichte hinter seinen blitzenden Augen verborgen liegt. Übergeblieben ist lediglich, dass er kleiner und schmächtiger ist als die anderen Jungs in seinem Alter, aber keineswegs weniger aktiv! Gott hat ein großes Wunder an ihm vollbracht! Preist den Herrn!
Samson

Hey, ich heiße Samson. Also eigentlich ist mein Name ja Ranjeyam, aber bei meiner Taufe vor einigen Monaten habe ich diesen neuen tollen Namen bekommen. Ich bin 15 Jahre alt und habe gerade den Realschulabschluss geschafft. Nach den Sommerferien möchte ich die zweijährige Oberstufe besuchen und dann Ingenieur werden. Ich hoffe, dass meine Noten dafür reichen.
Ich habe drei jüngere Geschwister – zwei Schwestern und einen Bruder. Unsere Mutter ist gestorben und jetzt hat mein Vater wieder geheiratet. Meine Familie wohnt in einer kleinen Stadt, etwa 4 Stunden von hier entfernt. Vor 5 Jahren wurde ich hierhergeschickt. Meine Eltern hatten damals von anderen Kindern gehört, die hierhingingen. Am liebsten mag ich hier im Heim, mit den anderen Kinder zu spielen und zu toben – oder einen Ausflug in den VGP-Freizeitpark zu unternehmen. Meine Hobbys sind übrigens Kricket spielen und Bäume schneiden fürs Feuerholz. Mein Lieblingsessen ist übrigens Reis mit Samba, das gibt´s hier fast jeden Tag! Ich mag es auch gerne, Lieder zu singen, am Liebsten das Lied „Sende Erweckung“. In der Schule sind meine Lieblingsfächer Englisch und Tamil. Meine Lieblingsperson aus der Bibel? Samson natürlich! Was ich nicht so toll finde am Heimleben, ist, dass ich von manchen Kindern Petze geschimpft werde…
Hm, ja, eine Gebetserhörung habe ich auch schon erlebt. Einmal, das war in der achten Klasse, da musste ich ein ziemlich schweres Examen bestehen, um weiterzukommen. Irgendwie habe ich das nicht so gut hinbekommen und da habe ich gebetet – und bestanden! Das war ein echtes Wunder für mich! Ich nehme meinen Glauben sehr ernst und mein wichtigstes Anliegen für mein Leben ist, im Herrn zu wachsen. Wenn sie für mich beten wollen, bitte beten Sie dann, dass ich nie vom Glauben wegkomme und dass ich in der Schule und an der Uni gut lerne.
Kommentar von den Mitarbeitern:
Was uns an Samson auffällt, ist die Aufrichtigkeit in dem Bestreben, sein Leben zu ändern und sich nicht aus Gruppenzwang mit den Ungehorsamen zusammenzutun. Samson ist ein ehrlicher und hilfsbereiter Junge und eine große Freude.
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